💼 Wie werden Staking-, Lending- und Farming-Erträge versteuert?
Passives Einkommen durch Krypto klingt verlockend – doch spätestens beim Thema Steuern wird es schnell kompliziert. Wie sieht es bei Staking, Lending und Farming aus? In dieser Lektion bekommst du einen kompakten Überblick über die steuerliche Behandlung in Deutschland (Stand: 2024).
🪙 1. Staking
Erträge aus Proof-of-Stake (z. B. ETH, ADA, ATOM) gelten in der Regel als sonstige Einkünfte gemäß § 22 Nr. 3 EStG. Du musst sie zum Zeitpunkt des Zuflusses mit dem aktuellen Marktwert in Euro versteuern. Wichtig: Auch Re-Staking oder Auto-Staking kann steuerlich als neuer Zufluss zählen.
Wer Coins länger als 1 Jahr hält (Haltefrist), kann beim späteren Verkauf steuerfrei bleiben – trotz gestaktem Zwischengewinn. Aber: Das gilt nicht immer, vor allem bei zentralen Anbietern oder Staking mit Zusatzfunktionen.
💵 2. Lending
Bei Lending handelt es sich steuerlich meist um eine Verleihung von Wirtschaftsgütern. Die Erträge (Zinsen, Rewards) sind ebenfalls sonstige Einkünfte und zum Zeitpunkt der Gutschrift zu versteuern.
Je nach Ausgestaltung kann das Lending aber auch als Kapitalertrag gewertet werden – hier sind die Grenzen fließend, und viele Steuerberater empfehlen daher: Dokumentiere genau und mach es transparent.
🌾 3. Yield Farming & Liquidity Mining
Hier wird es komplex: Wenn du Token in einen Pool gibst und im Gegenzug LP-Tokens erhältst, liegt häufig ein steuerrelevanter Tausch vor. Die Rewards (Farming-Erträge) gelten meist als sonstige Einkünfte und sind ebenfalls zu versteuern.
Beim Rücktausch der LP-Tokens in die ursprünglichen Coins entsteht zusätzlich ein Veräußerungsvorgang, der unter die 1-Jahres-Haltefrist fällt. Kompliziert? Ja. Aber steuerlich relevant? Definitiv.
🧾 Fazit: Gute Dokumentation ist Pflicht
In allen Fällen gilt: Halte deine Transaktionen nachvollziehbar fest. Nutze Tools wie CoinTracking, Blockpit oder Accointing. Nur so kannst du im Zweifel belegen, wie, wann und warum du welche Erträge erhalten hast – und ob du Haltefristen einhältst.
Steuerlich sicher fahren meist die, die einfach, transparent und defensiv agieren. Wenn du unsicher bist, lohnt sich eine Rücksprache mit einem steuerlich versierten Krypto-Berater.